Verbandsgemeinde Herxheim

Verbandsgemeinde Jockgrim

Verbandsgemeinde Kandel

Verbandsgemeinde Landau Land

Verbandsgemeinde Hagenbach

Stadt Wörth

Naherholung, Tourismus und Kultur

Im Handlungsfeld „Naherholung, Tourismus und Kultur“ geht es darum, dass schon heute der Tourismus- und der Kultursektor ein wichtiges wirtschaftliches und soziokulturelles Rückgrat der Region bilden. Allerdings ist die Entwicklung an dieser Stelle oftmals determiniert durch Verwaltungs- und Zuständigkeitsgrenzen. Dabei bergen sowohl der Kultur- als auch der Tourismussektor noch beachtliche Potenziale, die jedoch nur abgerufen und genutzt werden können, wenn Angebote und Infrastruktur in vielfältiger Weise innovativ optimiert, vernetzt und neu entwickelt werden. Dann können Kultur und Tourismus Innovationsmotoren für die Gesamtregion werden und zu einer nachhaltigen Entwicklung sowie zu einer verstetigten Steigerung der Lebensqualität zwischen Wein und Rhein beitragen. Den Weg hierzu beschreibt das Handlungsfeld „Naherholung, Tourismus und Kultur“.

 

Handlungsziele

Handlungsziel 1
Der Tourismussektor und die Weinbau- und Landwirtschaftsbetriebe entwickeln gemein-same regionsspezifische Angebote.

Die Region hat sowohl interessante Ausflugsziele als auch kulinarische Genüsse und Produkte zu bieten. Die Entwicklung und Vermarktung von Angeboten durch die Tourismuszentralen und Fach-berater gemeinsam mit Weinbaubetrieben, Landschaftspflegebetrieben und Gastronomen soll innerhalb dieses Ziels verfolgt werden, um regionsspezifische Angebote für Gäste, aber auch die eigenen Bürger zu entwickeln.

Handlungsziel 2
Die touristischen Infrastrukturen werden qualitätsorientiert und ressourcenschonend optimiert und sinnvoll erweitert.

Die Region kann zahlreiche touristische Infrastrukturen vorweisen. Allerdings gilt es, diese gemeinsam mit den Tourismuszentralen, PWV, Naturfreunde-Gruppierungen, Landwirtschaft, Naturschutz sowie Gastronomen, Anbietern, Dienstleistern und den beteiligten Kommunen weiter zu optimieren und auszubauen. Hier spielen vor allem eine nachhaltige Qualitätssteigerung, weitreichende Vernetzung und die schonungsvolle Inanspruchnahme der Ressourcen in der Region eine bedeutende Rolle, um die Südpfalz für Touristen, Naherholungssuchende, aber auch für die eigenen Bürger attraktiver zu gestalten.

Darüber hinaus soll die Servicekette bestmöglich barrierefrei erschlossen und vernetzt werden. Zu diesem Zweck strebt die Region Südpfalz die Teilnahme am Wettbewerb „Tourismus für Alle- Wettbewerb zur Entwicklung barrierefreier touristischer Modellregionen in Rheinland-Pfalz“ an. Der Wettbewerbsbeitrag ist aktuell in Vorbereitung. Die Förderung über EFRE spielt daher in diesem Handlungsziel eine bedeutende Rolle.

Handlungsziel 3
Die Region Südpfalz profiliert sich als Naherholungsgebiet für die eigene Bevölkerung und die umliegenden Ballungsgebiete.

Die facettenreiche, attraktive Kultur- und Naturlandschaft ist ein bedeutsamer Faktor in der Region, insbesondere im Hinblick auf die benachbarten, vergleichbar verdichteten Ballungsräume Karlsruhe und Ludwigshafen / Mannheim. Hier hat die Südpfalz die reizvolle Chance, sich als Naherholungsregion für die dort lebenden Menschen zu positionieren, indem Kommunen, Tourismusfachkräfte, Anbieter, Dienstleister, Gastronomen, Historiker und Kulturtreibende ihre Aktivitäten stärker miteinander vernetzen und im Bereich des Außenmarketings besser ausgestalten. Aber auch im Hinblick auf das Innenmarketing, die Attraktivitätssteigerung für die in der Region wohnenden und lebenden Menschen, bestehen bedeutsame Optimierungs- und Wachstumspotenziale. Der Einsatz neuer medialer Angebote spielt dabei eine besondere Rolle.

Handlungsziel 4
Die Region baut ihre Übernachtungskapazitäten professionell aus.

Ohne Zweifel kann die Region ihre touristischen Potenziale nur dann dauerhaft ausbauen, wenn es ihr gelingt, mehr Gäste über Tagesangebote hinaus in der Südpfalz zu binden. Dies setzt jedoch voraus, dass Kommunen und Tourismusfachkräfte in Zusammenarbeit mit Fachberatern und Bau-sachverständigen es gemeinsam schaffen, die Zahl der Übernachtungsmöglichkeiten in Ferienwohnungen, Pensionen oder Hotels deutlich zu steigern. Wichtig ist hier auch eine professionelle An-sprache und Begleitung von Grundstückseigentümern, Dienstleistern, Gastronomen, Feod-Anbietern und Hotelketten, damit diese nicht nur mehr, sondern auch qualitativ hochwertige Übernachtungskapazitäten schaffen.

Handlungsziel 5
Historische Alleinstellungsmerkmale sowie naturpädagogische und Naturerlebnis-Angebote werden herausgearbeitet und in die bestehenden touristischen Konzepte integriert.

Neben der vielseitigen und erlebnisreichen Natur- und Kulturlandschaft hat auch die Geschichte in der Region Südpfalz eine Vielzahl an Spuren hinterlassen. Entsprechende Anlaufstationen gilt es für Tourismusfachkräfte und Kommunen, gemeinsam mit Landwirtschaft, Naturschutz, Weinbau, An-bietern, Dienstleistern, Gastronomen, Kulturtreibenden, PWV- und Naturfreunde-Gruppen und Historikern als historische Alleinstellungsmerkmale sowie als Naturerlebnis- und naturpädagogische Angebote herauszuarbeiten und in die touristischen Konzepte so zu integrieren, dass sie für Touristen, aber auch für die eigenen Bürger attraktiver und erlebbarer werden.

Handlungsziel 6
Die vielfältigen Angebote im Bereich Kultur, Musik, Bildende Kunst und Theater werden zielgruppenspezifisch und authentisch weiterentwickelt und vernetzt.

Zahlreiche Angebote im Bereich Kultur, Musik, Bildende Kunst und Theater werden in den Kommunen der Region bereits vorgehalten und leisten einen Beitrag zu Lebensqualität, Naherholung und Tourismus. Sie auf Zielgruppen fokussiert weiterzuentwickeln, ohne ihre Authentizität aufzugeben und sie im Sinne einer ganzheitlichen Region stärker zu vernetzen, ist eine bedeutsame Aufgabe für Tourismusfachkräfte, Historiker, Kulturschaffende und Kulturdachverbände in den kommenden Jahren. So jedoch gewinnt die Südpfalz für Bürger, Besucher und Touristen einen Mehrwert an Identität und an Erholungsqualität.

Projekte

Projekt 3: „Grundkonzeption Medienbereich Museum“
Neben den Dauer- und Sonderausstellungen im Museum Herxheim sollen Präsentationen über Medienbildschirme, Medientechnik und spezielle Raumgestaltung in besucherfreundlicher, attraktiver Form an-geboten werden. Zu diesem Zweck soll in dem bisherigen Sonderausstellungsbereich ein Medienbereich eingerichtet werden. Es handelt sich hier um ein Angebot für Museumsbesucher aller Altersstufen, bei dem Audio visuelle Medien als Informationsquelle zur Verfügung gestellt werden, z. B. Filme, Tondokumente, Bilddokumente, Texte und sonstige Medien.

In diesem Medienbereich sollen Themen und Inhalte vermittelt werden, die nicht in den Dauerausstellungen gezeigt werden können. Die Präsentation über Medienbildschirme, Medientechnik und spezieller Raumgestaltung schafft die Möglichkeit, auf begrenztem Raum sehr viele Informationen zu vermitteln. Sowohl kulturgeschichtliche Ausstellungen wie auch archäologische Themen können für Besucher attraktiv abrufbar gemacht werden.

Nähere Informationen im Projektsteckbrief

Projekt 5: „Besucherlenkungskonzept Bienwald- Katasterbildung“
Der Bienwald mit seinen facettenreichen Landschaftsbildern ist das prägende naturräumliche Element der LEADER-Region Südpfalz und des östlichen Bereichs der LEADER-Region Pfälzerwald Plus. Das Waldgebiet liegt auf der Niederterrasse des Rheins in der Südpfalz und dort größtenteils innerhalb des Land-kreises Germersheim, sein westlichster Zipfel gehört zum Landkreis Südliche Weinstraße. Der Bienwald erstreckt sich östlich der Deutschen Weinstraße von West nach Ost in die Rheinebene hinein und hat die Form eines unregelmäßigen Dreiecks. Dessen nordwestliche und längste Seite bildet die 20 Kilometer messende Linie Schweighofen – Rheinzabern zum sogenannten Viehstrich hin. Nach Ostsüdost verläuft das Hochufer des Rheins entlang einer 17 Kilometer langen Linie über Jockgrim – Hagenbach – Berg. Entlang der Südwestgrenze (16 Kilometer), die mit der Staatsgrenze zu Frankreich identisch ist, fließt die Lauter.

Die bestehenden Wegeführungen durch den Bienwald sind stark der forstwirtschaftlichen Nutzung in der Vergangenheit geschuldet. Entstanden ist so in den vergangenen Jahrzehnten ein wahres „Wegelabyrinth“, welches in dieser Form zur Nutzung für touristische Zwecke oder für Naherholungs-Funktionen nicht tauglich ist, obwohl die Naturlandschaft ein überaus vielseitiges attraktives Ambiente schafft.

Die touristische Inwertsetzung und Vermarktung des Bienwalds als Rad- und Wandergebiet ist Grundlage für die touristische Entwicklung der LEADER-Region „Südpfalz“ und der östlichen Region „Pfälzerwald Plus“. Essentielle Voraussetzung hierzu ist ein Besucherlenkungskonzept für Rad- und Wanderwege, welches definiert, welche Wege aus einer Vielzahl von Optionen zukünftig als zentrale Wander- und Radwege ausgewiesen werden und welche Wege im Gegenzug nur noch als reine Wegeverbindung für forstwirtschaftliche Zwecke dienen sollen. Ein solches Besucherlenkungskonzept konnte in den vergangenen Monaten unter einer breit angelegten Bürger- und Akteursbeteiligung bei Abstimmungsgesprächen und Informationsveranstaltungen diskutiert, entwickelt und final abgestimmt werden.

In einem ersten Schritt soll im Zuge einer Katasterbildung detailliert geklärt werden, an welchen Stellen im Wegenetz wegweisende Beschilderung notwendig wird, an welchen Stellen Wegemöblierung (Tische, Bänke, Sitzgruppen u.ä.) sinnvollerweise neu errichtet, bestehende ausgetauscht werden müssen oder entfernt werden können und wo per Informationstafeln auf markante kulturelle – historische- naturpädagogische Stellen hingewiesen werden kann. Dieser Schritt bildet die Grundlage, um die Kosten zur Umsetzung des zweiten Schritts detailliert fassen zu können.

Nähere Informationen im Projektsteckbrief

Projekt 6: „Wiedererrichtung des Hohenbergturms“
Der Hohenberg bildet aufgrund seiner Lage und seiner Höhe ein wichtiges touristisches Element an der Schnittstelle der beiden LEADER-Regionen „Pfälzerwald Plus“ und „Südpfalz“, nordwestlich der Stadt Landau. Er ist schon heute wichtiger Anlaufpunkt für Wanderer, Touristen, Naherholungssuchende und liefert einen faszinierenden Ausblick über große Teile des Pfälzerwalds und der Rheinebene. Entsprechend ist er auch eng in das regionale und überregionale Wanderwegenetz eingebunden. Zudem wird er für diverse sportliche Events genutzt: So nutzen Drachenflieger den Hohenberg, zudem findet jährliches der Hohenberg-Trail als regional bedeutsame Sportveranstaltung statt.

Im 18. Jahrhundert entstand auf dem Hohenberg ein Turm, der von den Franzosen als optische Telegraphenstation diente, um Nachrichten zwischen Paris und der französischen Festung Landau auszutauschen.

Allerdings verzeichnete der Turm frühzeitig bauliche Mängel: Im 20. Jahrhundert entstanden so mehrmals Schäden, die entsprechend ausgebessert wurde, so dass der Turm wieder bestiegen werden konnte. Im Mai 2002 wurde dann gemeldet, dass das Geländer an der Treppe wackelt, der Turm wurde daraufhin gesperrt. Im Oktober 2007 stürzte ein bedeutsamer Teil des Turms mit fünf Treppenstufen ein. In den letzten Jahren sind immer weitere Teile massiv in Mitleidenschaft gezogen worden, so dass derzeit nur noch Überreste aus einer großen Aufschüttung von Steinen herausragen. Dem Hohenberg fehlt durch den eingestürzten Turm somit nicht nur sein Wahrzeichen, der Region um Annweiler und Birkweiler vielmehr auch eine wichtige touristische Attraktion, welche in den vergangene Jahrzehnten intensiv als Anlaufstation für Besucherinnen und Besucher, als Treffpunkt für Festivitäten der Vereine und Verbände in der Region und generell als Ort der gemeinsamen Begegnung diente. Diese Nutzungen sind aufgrund des eingestürzten, eingezäunten Turmbereichs derzeit nur sehr eingeschränkt und in beschränktem Ambiente möglich. Die Wiedererrichtung des Hohenbergturms gibt der Region ein wesentliches Erkennungs- und Identifikationsmerkmal zurück und liefert so einen beachtlichen Beitrag für die Inwertsetzung in touristischer Sicht und unter Naherholungsaspekten. Der Wiederaufbau des Turms wird der Region in punkto Zusammenhalt, Identifikation und Selbstwertgefühl darüber hinaus einen weiteren wichtigen Impuls zur Fortentwicklung geben.

Nähere Informationen im Projektsteckbrief.

Projekt 9: „Umnutzung Teilbereiche ehem. Drahtwarenfabrik zu Ferienloft“
Die alten Produktionshallen der ehemaligen, denkmalgeschützten Drahtwarenfabrik Baumann & Müller in der Dorfmitte des Weinorts Walsheim stehen derzeit leer.

Im Hauptgebäude der ehemaligen Fabrik wurden bereits mit Eigenmitteln zwei hochwertige Ferienwohnungen realisiert, die seit April 2016 in der Vermarktung sind und sich sehr schnell großer Beliebtheit erfreuten.

Eine vorhandene Gewerbeeinheit (Schneiderei) wurde ebenfalls bereits mit Eigenmitteln umgebaut.

Die südliche ehemalige Fabrikhalle soll nun in nächsten Schritt zum Ferienloft unter Bewahrung der alten Hallenkonstruktion umgebaut werden, weitere Ausbauschritte (u.a. Ferienloft auf der Nordseite) werden in künftigen Jahren noch folgen.

Nähere Informationen im Projektsteckbrief

Projekt 11: „Errichtung der Villa Vino“
Einen wichtigen Beitrag zu den Zielsetzungen der LEADER-Region soll die Symbiose zwischen dem benachbarten Weingut und der Stärkung des Tourismus in Leinsweiler leisten. Das Übernachtungsangebot in Leinsweiler soll hinsichtlich kurzfristiger Übernachtungen erhöht werden, so dass Weinkunden welche die Gegend und speziell die Weingüter besuchen, auch über Nacht bleiben können und vielleicht am nächsten Morgen nach einem ausgedehnten Frühstück noch auf den Spuren von Max Slevogt wandern können.

Der Gegenstand des Unternehmens ist die Beherbergung von Gästen mit Frühstücks- sowie Saunaangebot.

Es sollen acht Gästezimmer entstehen.

Das Gästehaus soll durch den Umbau den Charme eines alten Winzerhauses darstellen, um das Gesamtkonzept schlüssig darzustellen.

Nähere Informationen im Projektsteckbrief

Projekt 12: „Besucherlenkungskonzept Landau-Land“
Die Verbandsgemeinde Landau-Land besteht aus 14 Ortsgemeinden, die vor allem durch Weinbau und auch Tourismus geprägt sind. Die meisten der 14 Ortsgemeinden liegen im Naturpark Pfälzerwald, neun Gemeinden verfügen über eigenen Gemeindewald. Fast alle Gemeinden unterhalten derzeit eigene Wanderwege, in den Orten oder rund um die Orte durch Weinberge und den Pfälzerwald. Zu diesen eigenen Wanderwegen gibt es in Landau-Land weitere, überregionale und touristisch bedeutsame Wanderwege wie den Pfälzer Weinsteig und den Wanderwege Deutsche Weinstraße sowie die Wege des Naturpark Pfälzerwald.

Im Zuge des Besucherlenkungskonzeptes für das Biosphärenreservat Naturpark Pfälzerwald sind die Kommunen innerhalb des Naturparks aufgefordert, ein neues Lenkungskonzept für die Wegeinfrastruktur vorzulegen, welches nach den Gesichtspunkten Nachhaltigkeit, Naturschutz und Attraktivität die bestehende Wegestruktur analysiert und nach den Vorgaben der „Arbeitshilfe zur Entwicklung kommunaler touristischer Wegekonzepte im Naturpark und Biosphärenreservat Pfälzerwald“ und des „Wanderwegeleitfaden Rheinland-Pfalz“ modernisiert.

Derzeit gibt es kein einheitliches Konzept für die Wanderwege in der VG Landau-Land, das sicherstellt, dass die vorhanden Wege alle nötig und sinnvoll sind, in einem guten Zustand, einheitlich markiert und dass keine weiteren Wege, beispielsweise für bestimmte Zielgruppen, benötigt werden. Mit diesem Vorhaben möchte die Verbandsgemeinde Landau-Land ein solches Besucherlenkungskonzept gemeinsam mit allen Akteuren und Interessierten erarbeiten.

Nähere Informationen im Projektsteckbrief

Projekt 18: „Tourismusoffensive“
Die Gebietskulisse der LEADER-Region Südpfalz und die anrainende Region entlang der Rheinschiene, welche faktisch die Gemarkung des Landkreis Germersheim bildet, stellt eine wirtschaftlich prosperieren-de Region dar. Allerdings wurde in Anbetracht dieser Tatsache und „Selbstverständlichkeit“ in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten der Aufbau eines wirtschaftsstrategischen „zweiten Standbeins“ im Sinne einer resilienten Regionalentwicklung nur rudimentär vorangetrieben. De fakto wurden durchaus zahlreich vorhandene touristische, kulturhistorische und Naherholungs-Potenziale bisher nur unzureichend weiterentwickelt, vernetzt, touristisch inwertgesetzt und nutzbar gemacht. Eine touristisch-nachhaltige Entwicklung der Region bietet gerade aber die Chance zur Generierung zusätzlicher Lebens- und Standortqualität sowie Wirtschafts- und Kaufkraft, darüber hinaus aber die Eröffnung einer zweiten ökonomischen Marge alternativ und komplementär zur bisherigen wirtschaftlichen Entwicklung im Sekundär-Sektor. Diese Chance haben die Region und der Landkreis Germersheim erkannt. Zum einen wurde in einem breit angelegten Abstimmungs- und Beteiligungsverfahren eine Tourismusstrategie erarbeitet und verabschiedet, die inhaltliche touristische Entwicklungschancen der Kreisregion im Sinne wesentlicher Leitlinien näher definiert. Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Planung und Umsetzung des Besucherlenkungskonzepts „Bienwald“.

Um die touristisch strategische Entwicklung und Inwertsetzung der gesamten Region und entlang der Rheinschiene weiter nachhaltig und reflektiert voranzutreiben, sind drei Grundelemente wichtig, welche daher auch Gegenstand dieses Vorhabens sind:

  1. Eine Untersuchung des Wirtschaftsfaktors Tourismus
  2. Eine Evaluation der derzeitigen Gastsituation im Zuge einer Gästebefragung
  3. Besucherlenkungskonzept RheinauenPlus – Die Entwicklung eines zweiten touristischen, regionalen Wander- und Radwegeproduktes im Bereich der Rheinauen und entlang der Queichlinie

Nähere Informationen im Projektsteckbrief

Projekt 14: „Umsetzung des Besucherlenkungskonzepts Bienwald – 2. Schritt: Umsetzung von Beschilderung, Möblierung, Erstmaßnahmen zur Verkehrssicherung und des Wegeunterhalts“
Schon im Zuge der Erstellung der LILE Südpfalz war klar, dass die touristische Inwertsetzung und Vermarktung des Bienwalds als Rad- und Wandergebiet essentielle Grundlage für die touristische Entwicklung der LEADER-Region „Südpfalz“ und der östlichen Region „Pfälzerwald Plus“ ist. Eine Ergänzung der bestehenden Angebote und eine stärkere Kooperation sollen dazu führen, dass noch mehr Besucherinnen und Besucher in die Südpfalz gelockt werden. Ziel des Teilprojektes ist die Verbesserung und Ausweitung eines vielfältigen und reizvollen Angebotes für alle Besucherinnen und Besucher, aber auch für die Einheimischen in der Südpfalz. Dabei wird ein erhebliches Potenzial in diesem Thema für die Entstehung neuer Arbeitsplätze und Wertschöpfung für die Region gesehen. Ein zentrales touristisches Vermarktungselement ist dabei auch die Marke „Bienwald“. Grundlage für diesen Prozess, gewissermaßen Grund-gerüst für die touristische Entwicklung, ist daher ein Besucherlenkungskonzept für Rad- und Wanderwege, welches definiert, welche Wege aus einer Vielzahl von Optionen zukünftig als zentrale Wander- und Radwege ausgewiesen werden und welche Wege im Gegenzug nur noch als reine Wegeverbindung für forstwirtschaftliche Zwecke dienen sollen. Ein solches Besucherlenkungskonzept konnte in den vergangenen Monaten unter einer breit angelegten Bürger- und Akteursbeteiligung bei Abstimmungsgesprächen und Informationsveranstaltungen diskutiert, entwickelt und final abgestimmt werden. Beachtlich ist dabei, dass hierzu keine baulichen Neuanlagen von Wegeführungen notwendig werden, vielmehr historisch entstandene parallele Wegeführungen reduziert und gebündelt werden konnten und dass aufgrund der Topo-graphie des Bienwalds und der Beschaffenheit der Wege sämtliche Wegeführungen die Qualitätskriterien der Stufe 1 des Tourismus in Rheinland-Pfalz erfüllen können.

Essentielles Ziel ist nun, dieses Besucherlenkungskonzept mit seinen Rad- und Wanderwegen, deren Verlauf auf einem breiten Konsens in der Gesamtregion beruht, als grundlegende „Initialzündung“ der touristischen Inwertsetzung und Entwicklung in die Umsetzung zu bringen.

Hierzu wurde in einem ersten Schritt, der Katasterbildung, detailliert geklärt, an welchen Stellen im Wege-netz wegweisende Beschilderung notwendig wird, an welchen Stellen Wegemöblierung (Tische, Bänke, Sitzgruppen u.ä.) sinnvollerweise neu errichtet, bestehende ausgetauscht werden müssen oder entfernt werden können und wo per Informationstafeln auf markante kulturelle – historische- naturpädagogische Stellen hingewiesen werden kann. Zudem wurde erfasst, wo an waldatypischen Gefahrenpunkten Pflege- und Verkehrssicherungsmaßnahmen sowie Maßnahmen an der Wegebeschaffenheit durch den Projektträger vorzunehmen sind. Dieser Schritt bildete die Grundlage, um nunmehr die Kosten zur Umsetzung des zweiten Schritts detailliert fassen zu können.

Dieser zweite Schritt ist somit nunmehr Gegenstand dieses Projekts: So sollen jetzt auf Grundlage konkret feststehender Kosten die im Kataster vorgesehenen Beschilderungen und Möblierungen, Wegemaßnahmen und Erstmaßnahmen zur Gewährleistung der Verkehrssicherung an waldatypischen Gefahrenpunkten umgesetzt werden. Auch dieser Schritt erfolgt in Kooperation der beiden betroffenen LEADER-Regionen.

Nähere Informationen im Projektsteckbrief

Projekt 19: „Touristische und naturpädagogische Nutzbarmachung und Inwertsetzung des Zoos in Wörth“
Der Rassegeflügelzuchtverein Wörth e.V. betreut seit über 60 Jahren die Rassegeflügelzuchtanlage in Wörth. Zu den rund 550 Tieren zählen unter anderem Steinbacher Kampfgänse sowie Cholmogorygänse. Auch diverse Hühner- und Taubenrassen zählen dazu, genauso wie verschiedene Entenarten, zum Beispiel Gimbsheimer und Vorsterenten. Gegenwärtig leben zwei Nandus in der Zuchtanlage in Wörth. Zudem hat in den vergangenen Jahren immer mindestens eins der Tiere in der deutschlandweiten Geflügelschau gewonnen.

Seit Jahren bildet die Anlage einen „Geheimtipp“ für interessierte Tierliebhaber, wird das Gelände von Schule, Familien, interessierten Naherholungssuchenden gerne besucht

Seit wenigen Monaten besitzt die Anlage eine Anerkennung als zoologische Einrichtung. Dies ermöglicht es, das Gelände durch gezielte Investitionen zur Aufwertung des Areals, unter touristischen und Naherholungsaspekten, aber auch unter naturpädagogischen Gesichtspunkten inwert zu setzen und nutzbarer zu machen. Konkret ist nun geplant, einzelne Gehege neu anzulegen und andere zu modernisieren. Zudem sollen attraktive Aufenthaltsbereiche für Besucher und Schulklassen geschaffen werden. Ein weiteres wichtiges Element ist die Errichtung eines modernen Informationssystems mit Beschilderungen und Infotafeln, welche Hintergründe zur Lebenswelt der Tiere etc. präsentieren. Dies soll einen Beitrag zu einem attraktiven „Outdoor-Klassenzimmer“ leisten.

Weitere Informationen im Projektsteckbrief

LEADER-LAG „Südpfalz“

  • c/o Jens Forstner
  • Verbandgemeindeverwaltung Kandel
  • Gartenstraße 8
  • 76870 Kandel
  • Telefon: 07275/960 203
  • E-Mail: jens.forstner@vg-kandel.de

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